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Unterstützen soziale Netzwerke die Suchmaschinenoptimierung?

Veröffentlicht von in Anleitungen und Tipps · 7 November 2019
Auf Informationsebene repräsentieren soziale Medien eine Gesamtheit von Subjekten (Personen, Unternehmen usw.), die nach Interessen, Demografie und vielen anderen Kategorien gruppiert sind und mit anderen Subjekten in einer Beziehung stehen. Damit werden sie für ihre Betreiber zu einer äußerst interessanten und gewinnbringenden Datenquelle.

Und daher liegt es auf der Hand, dass Dritten der Zugriff auf diese Informationen nicht leicht gemacht wird. Der überwiegende Teil der Ressourcen von Domains sozialer Netzwerke (wie zum Beispiel  Facebook.com) ist für Crawler (Analysesoftware zum Auslesen von Websites) nicht analysierbar und sie sind in den Indexen der Suchmaschine nicht enthalten. Damit kommen wir zu einem weiteren Begriff, der in letzter Zeit in den Medien populär geworden ist: das DeepWeb, also das verborgene, tiefe, unterirdische Web. Dies umfasst in der Praxis all jene Informationsressourcen, die von Suchmaschinen nicht indexiert und daher für die meisten Webnutzer nicht auffindbar sind. Ein Teil dieser Informationen sind auch Daten der sozialen Netzwerke.

Wenn aber die meisten Ressourcen eines sozialen Netzwerks gar nicht sichtbar sind, welchen Sinn sollte dann die Einbindung in eine Suchmaschine haben? Denn die Informationen, auf deren Grundlage die Positionierung ermittelt wird, würden dann auf unvollständigen Daten beruhen.

Indexierte Ressourcen sozialer Netzwerke werden von Suchmaschinen jedoch berücksichtigt, in demselben Umfang wie Artikel, Blog-Kommentare, Threads in einem Forum usw.

Was sagt Google über den Einfluss sozialer Medien auf die Ermittlung des Rankings?

2014 erklärte Matt Cutts in einem YouTube-Video (YouTube Video), warum es sinnlos ist, zur Ermittlung des Rankings (Score, der einer Ressource von der Suchmaschine zugewiesen wird) den seinerzeit größten sozialen Netzwerken Facebook und Twitter eine Gewichtung beizumessen. Später wurde eine Partnerschaft zwischen Google und Twitter für die Analyse von Tweets abgeschlossen, dann aber wieder aufgelöst.

2015 beschäftigte sich John Mueller in einem Hangout (YouTube Video (Minute 19:55) erneut mit der Beziehung zwischen Suchmaschine und sozialen Netzwerken. Nach seiner Aussage wird für das Ranking einer Ressource keine privilegierte Beziehung und kein direktes Signal herangezogen.

So funktioniert Google

Dieser Abschnitt enthält einige Erläuterungen zu den Modulen, aus denen sich die Suchmaschine zusammensetzt, um besser zu verstehen, woher diese Verwirrung kommt, also warum die einen sagen, soziale Netzwerke seien wichtig für die organische Positionierung, und die anderen, dass es keine privilegierte Beziehung gibt, sie aber im gleichen Umfang wie andere Webressourcen berücksichtigt werden.

In einigen Patenten von Google werden zwei wichtige Strukturen unterschieden, die das Organisationssystem der Informationen anhand von von Graphen nutzen. Mit Graphen können komplexe Beziehungen innerhalb einer bestimmten Domain dargestellt werden. Die Suchmaschine nutzt den Link Graph und den Social Graph. Der Link Graph stellt die Verknüpfungen zwischen verschiedenen Websites dar. Er wird aus den internen und externen Links einer Website ermittelt.

Der Social Graph hingegen repräsentiert Erwähnungen, Zitationen und Kozitationen. Wie viele Personen sprechen im Web über Ihre Marke? Wie „berühmt“ sind Sie online? Wie viele Domains enthalten einen Link zu Ihrer Domain? In diesem letzten Fall schneiden sich der Link Graph und der Social Graph.

Was sind Erwähnungen, Zitationen und Kozitationen und, vor allem, wie können sie generiert werden?

Erwähnungen sind Zitationen innerhalb einer Ressource unserer Marke oder Domain. Erwähnungen sind keine Links, sondern Text in Artikeln, Forums-Threats, Blog-Kommentaren oder öffentlichen Facebook-Beiträgen, sofern die jeweilige Website im Index der Suchmaschine vorhanden ist.

Zitationen sind Links zu einer externen Domain, zu der eine Verbindung hergestellt werden soll.

Kozitationen sind ebenfalls Links, werden aber als solche definiert, wenn in einem Text mehrere Links zu verschiedenen externen Domains enthalten sind, die alle dasselbe Thema betreffen. Wenn zum Beispiel zwei oder mehr Produkte verglichen werden und Links zu verschiedenen Händlern vorhanden sind, ist dies eine Kozitation.

Diese drei Elemente sind Social Signals und zwar nicht im allgemein verbreiteten Sinn und auch nicht im Sinn der „indirect influence“, die John Mueller in seinem Hangout erwähnt. In jedem Fall können diese Elemente, wenn sie geschickt und ausgewogen eingesetzt werden, die Grundlage für eine wirksame Link Earning-Strategie sein (also, um von anderen Websites verlinkt zu werden).

Eine kurze Vertiefung zum Google-Patent von 2016

Im Patent „Searching Content of Prominent Users in Social Network“, das Sie hier lesen können, wird versucht, eine Methode zu definieren, mit der soziale Verbindungen unserer Marke und/oder Domain, die in der Suchmaschine indexiert sind, extrahiert werden können, wenn sie übereinstimmen.

Dies kann in folgenden Schritten zusammengefasst werden:
  1. Empfang der Nutzerabfrage
  2. Sammeln der Informationen und Organisation der Verbindungen zu der jeweiligen Marke / Domain
  3. Verfeinerung der Ergebnisse auf der Grundlage der Verknüpfungen, die im Index der Suchmaschine gefunden wurden
  4. Anzeige der gewichteten Suchergebnisse unter Einbeziehung der Social Signals

Außerdem enthält das Patent auch interessante Inputs zum Filtern Filtern von Verbindungen in sozialen Netzwerken, die Crawler (Google) bei der Webanalyse erfassen sowie über die als wichtig eingestuften Informationen und deren Organisation. Diesbezüglich empfehlen wir die Lektüre der Absätze 0007, 0026, 0031, 00041 und 0048.

Fazit

In diesem Artikel haben wir erläutert, was „Social Signals“ sind und dass keine direkte oder privilegierte Verbindung zwischen der organischen Positionierung und den Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook besteht. Dennoch kann eine Strategie für die Positionierung sinnvoll sein, wenn Sie die hier beschriebenen Aspekte beachten.



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