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Weinbaubetrieb und Website – darum ist es wichtig, online präsent zu sein

Veröffentlicht von in Erste Schritte auf dem Web · 12 September 2019
Der Weinmarkt bietet unzählige hochwertige Produkte, deren einzigartige Eigenschaften effizient kommuniziert werden sollten. Der Wettbewerb auf dem Weinmarkt muss sich zunehmend mit aufmerksamen und anspruchsvollen Verbrauchern konfrontieren, die auch im Web nach Informationen und Empfehlungen suchen. Darum ist es wichtig, den eigenen Weinbaubetrieb auch auf einer Website zu präsentieren.
 
Darüber haben wir mit Lisa de Leonardis gesprochen. Lisa ist Content Manager bei Argoserv by Sandhills Italy, Mitgründerin von Elledue, einem Maklerunternehmen, das auf die Exportförderung für Weinbaubetriebe spezialisiert ist, sowie Leiterin eines Masterstudiengangs Wine Export Management, der ab Oktober zum siebten Mal angeboten wird.

Lisa, warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig für einen Weinbaubetrieb, eine Website zu haben?

Wenn wir ein Unternehmen zum ersten mal besuchen oder während meiner Schulungskurse werden mir meistens schon fortgeschrittene Fragen gestellt, zum Beispiel, wie eine Website aufgebaut wird oder welche die wichtigsten Elemente für die Website einer Kellerei sind.

Ihre Frage gefällt mir, weil sie so entwaffnend simpel ist. Aber auch, weil sie die Hypothese des Gegenteils offen lässt, also wann eine Website für einen Weinbaubetrieb nicht wichtig sein könnte.
Daher möchte ich genau bei dieser Negation ansetzen, den hypothetischen Gründen, aus denen eine Website keine notwendige Investition sein könnte.

Dabei fallen mir vor allem Unternehmen ein, die behaupten, keine Zeit für die Pflege einer Website zu haben. Dies sind größtenteils kleine und mittelgroße Unternehmen, die der digitalen Welt nicht vertrauen und deren Potenzial nicht kennen (oder nicht anerkennen).

Unternehmen, die so denken, wollen natürlich nicht in Beratung investieren und haben keine internen Ressourcen für diese Aufgabe, die über die notwendigen Kompetenzen verfügen oder auch nur bereit sind, sich diesbezüglich schulen zu lassen.

Solchen Unternehmen bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden, dass potenzielle Besucher weiter die Suchmaschinen durchforsten und dann wahrscheinlich bei einem Wettbewerber einkaufen.

Ferner kann eine Website kontraproduktiv sein, wenn sie zwar vorhanden ist, aber seit 5 oder 6 Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. Eine nicht aktuelle und nicht gepflegte Website ist noch schlimmer als eine nicht vorhandene.
Sie wirkt, als würde der Betreiber sagen: Willkommen in meinem Unternehmen, und dann Staub, Spinnweben, alte, klapprige Möbel und Räume voller Gerümpel zeigen. Welchen Eindruck vermittelt das dem Besucher?

Kehren wir also zur Anfangsfrage zurück, also, warum eine Website für einen Weinbaubetrieb wichtig ist:
  • Allem voran – und das liegt auf der Hand – um die Dienstleistungen und Produkte, die Unternehmensphilosophie, eventuelle Anerkennungen und alle sonstigen Dinge zu präsentieren, die die Aufmerksamkeit und die Neugier von Besuchern wecken können;
  • Zweitens ist eine Website ein unverzichtbares Instrument für den Dialog mit anderen Branchenvertretern, vor allem mit Importeuren und Großhändlern, die herausfinden möchten, welches Potenzial ein Unternehmen hat. Solche Personen sehen sich vor allem Unternehmens-Websites an, zum Beispiel nach einer Messe oder einer Verkostung in einem Restaurant im Ausland, und suchen nach weiteren Informationen über das Unternehmen, auf das sie über das Web aufmerksam geworden sind;
  • Ferner kann mit einer Website der Umsatz gesteigert werden  und zwar nicht notwendigerweise über einen Onlineshop, sondern auch durch einfache Markenförderung über digitale Kommunikationskanäle;
  • Und schließlich, was allerdings eine erweiterte Betrachtung ist, bietet eine Website die Möglichkeit, die Kommunikation unter Kontrolle zu behalten. Wenn ein Unternehmen über keinen offiziellen Kanal kommuniziert, tun es eben andere, über die branchenspezifischen Kanäle, auf den Websites von Restaurants, in denen ihre Weine angeboten werden, bei den Genossenschaften, deren Mitglieder sie sind, und anderen.

Um alle diese Voraussetzungen zu erfüllen, sollte eine Website natürlich professionell gestaltet, möglichst immer aktuell und mit anderen digitalen Tools verknüpft sein, die die Botschaft weitertragen (wie zum Beispiel soziale Medien). Außerdem sollte sie von Personen verwaltet werden, die über die Kompetenzen verfügen, einen konkreten und organisierten Entwicklungsplan aufzustellen.
Ebenso wie im realen Leben, tragen Improvisationen auch im virtuellen Leben keine Früchte.

Welche sind nach Ihren Erfahrungen die wichtigsten Eigenschaften, die die Website eines Weinbaubetriebs haben sollte?

Wenn mir diese Frage gestellt wird, versuche ich zuerst, mehr zu erfahren. Das ist ein bisschen, als würde ein Freund fragen: Welches ist das beste Reiseziel in den USA?  Das generell Richtige gibt es nicht, es gibt nur das Richtige für dich, es gibt die Reise, die deinen Interessen entspricht (also solltest du wissen, welche das sind), die Reise, die zu deinem Budget passt (also sollte es dir bewusst sein), die Reise, die deine Erwartungen erfüllt (also solltest du dir klar machen, welche das sind, bevor du die Reise antrittst).

Die Frage lautet also: Was möchtest du mit deiner Website erreichen? Wie viel möchtest du investieren? Welche Ergebnisse sollte deine Arbeit an einer Website erzielen?

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass für die effiziente Website einer Kellerei oder eines Weinbaubetriebs zunächst eine genaue Analyse des Unternehmens selbst sowie seiner Zielgruppe erforderlich ist. Die wichtigsten Schlüsselwörter, mit denen gearbeitet werden soll, müssen klar sein. Und wichtige Fragen sollten gestellt werden: Zu welchem Zweck sollen mich Personen finden? Wofür möchte ich erkannt und anerkannt werden? Ohne Antworten auf diese Fragen ist die Initiative planlos und nicht die beste Wahl, vor allem, weil auch Geldmittel des Unternehmens investiert werden.

Und noch etwas: Eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente für die Website eines Weinbaubetriebs (und nicht nur) ist ein Blog. Nur mit einem Blog können gute Rankings in Suchmaschinen erzielt werden. Außerdem bietet er die Möglichkeit, mit den Besuchern einen echten Dialog zu führen, über die eigene Tätigkeit zu informieren und die dort veröffentlichten Inhalte auch über andere Kanäle zu verbreiten und somit deren Reichweite zu erhöhen.

Viele Weinbaubetriebe unterschätzen das Potenzial dieses Instruments, das hingegen sowohl für die Kommunikation als auch für das Marketing äußerst nützlich ist. Damit wird man praktisch zu einem kleinen Verleger und die Arbeit ist komplett verschieden vom Alltag vieler Unternehmen, nicht nur von Weinbaubetrieben.
Und es gibt zahllose Beispiele für Unternehmen, die – dank eines Blogs – großen Mehrwert für ihre Marke geschaffen haben, sowohl im Hinblick auf ihr Geschäft selbst als auch auf indirekte Chancen.

Die Ergebnisse zeigen sich nicht sofort und darum geben viele auf, wenn sie nicht von einem Profi oder einer Agentur angeleitet und unterstützt werden. Ein Blog erfordert mindestens ein Jahr Arbeit, bevor sich die ersten Ergebnisse einstellen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Messinstrumente, mit denen alles überwacht werden kann, was die Website generiert, ihre Stärken und Schwächen, die Ergebnisse, der Wettbewerb und die Lücken, die es zu schließen gilt. Betreiber, die dies nicht selbst erledigen möchten, sollten ihre Berater bitten, mindestens alle drei Monate einen Bericht zu erstellen. Denn anhand dieser Zahlen können die Ergebnisse der investierten Arbeit gemessen werden. Ohne effiziente und richtig tarierte Messinstrumente werden Sie nie erfahren, wie eine Website läuft, so als würden Sie einer völlig unbekannten Person ein Gehalt zahlen, ohne zu wissen, worin ihre Arbeit besteht.

Haben Sie einen abschließenden Tipp für eine Erfolg versprechende Website?

Eine Website ist erfolgreich, wenn sie für das Geschäft vorteilhaft ist, also dazu beiträgt, die Datenbank potentieller Kunden zu vergrößern, die Sichtbarkeit und das Image des Unternehmens zu verbessern oder wenn sie direkt oder indirekt die Umsätze steigert.

Sehen Sie eine Website nicht als Ausgabe, sondern als Investition und starten Sie mit der Überzeugung, dass Sie mit diesem Instrument greifbare Ergebnisse erzielen können.

Vor allem muss die Idee klar sein, die einer Website zugrunde liegt, in Form eines Projekts für das Marketing und für strategische Kommunikation. Erst in einem zweiten Schritt folgt die eigentliche Entwicklung der Website, die benutzerfreundlich und ansprechend sein, aber vor allem im Dienste der Geschäftsziele stehen sollte.

Meine Arbeit besteht zum Beispiel nicht darin, Websites aufzubauen. Meine Arbeit ist die Entwicklung strategischer Marketingpläne für das Web und die Erstellung von Inhalten, die Antworten auf Suchanfragen potenzieller Kunden geben, und zwar auf der Basis verschiedener bekundeter Interessen – von Blogbeiträgen über Seiteninhalte bis hin zu den Produktseiten. Ein strategisches Programm hat verschiedene Elemente, angefangen bei der Wahl des für die Zielgruppe passenden Schreibstils, über die Entscheidung für die Kanäle, über die kommuniziert werden soll, bis hin zur Auswahl der passenden Bilder und mehr. Damit das Projekt gelingt, sollte all dies durchdacht sein, bevor die Website online geht.

Wir danken Lisa für ihre interessanten Einblicke und ihre Erfahrungen mit dem Nutzen einer Website für Weinbaubetriebe. Planen auch Sie ein Online-Projekt? Starten Sie noch heute mit dem kostenlosen WebSite X5 Go!


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